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Biographie
Günter
Klaus Platzdasch, geboren in Eisenach/Thüringen (DDR) als Sohn des
Otto Ludwig Platzdasch (Foto: rechts), den bereits in jungen Jahren der
Erste Weltkrieg zum Kriegsversehrten machte. Volksschule in Hönebach/Hessen
(BRD) an der innerdeutschen Grenze, wo nach dem Roman des einstigen
Oberbefehlshabers der NATO-Heeresgruppe Nord der Kalte Krieg 1985 in einen
heißen umschlagen sollte (General Sir John Hackett: "The Third
Wold War - August 1985", London 1978; dtsch.:
»Der Dritte Weltkrieg«, München 1980). Schon
als Kind/Jugendlicher Abscheu vor Krieg und Gewalt (und seitdem auch Vegetarier).
Gymnasiast in Rotenburg/Fulda sowie (Umzug nach Schieder) in Blomberg/Lippe. Pour être dans le mouvement selbstverständlich marxistische Schulung ("angeleitet" von der Oberschülerkommission der Rotzeg, Rote Zelle Germanistik an der Freien Universität Berlin) und Gründung einer SDAJ-Gruppe. Am dortigen städtischen neusprachlichen Gymnasium gab's (im Nachhinein) interessante Mitschüler: Ein Schulkamerad, mit dem ich in Studentenzeiten an der linken Juristenzeitschrift »Demokratie und Recht« mitgearbeitet hatte, wurde Kanzlerkandidat; ein Klassenkamerad ging nach dem Abitur zur Bundeswehr, wurde General, war erster ISAF-Kommandeur in Kabul und ist jetzt im Heeresamt für die Ausbildung verantwortlich. Während und nach der Schulzeit Vorstandstätigkeit im Dachverband Landesjugendpresse Nordrhein-Westfalen in Bonn (dort allabendlich in der legendären Schumann-Klause) - und Soldat in zwei deutschen Armeen (Grundwehrdienst der Bw und agenturischer Mitarbeiter der NVA). Zur NVA-Militäraufklärung Anfang der siebziger Jahre gestoßen, als in der BRD-Linken zur Gewaltfrage diskutiert wurde, Vietnam noch im nationalen Befreiungskampf gegen die US-Armee stand, als sogar in Europa (Griechenland, Portugal, Spanien) von den USA unterstützte Diktatoren herrschten und als rechte Militärs unter General Pinochet in Chile gegen den in freien Wahlen an die Macht gekommenen Staatspräsidenten Salvador Allende, nicht zuletzt mit Hilfe von US-Politikern & CIA, putschten (vom DDR-Dienst hingegen wurde Allende vor dem Putsch gewarnt). Nach dem Putsch in Chile sang der DDR-Dissident Wolf Biermann: »Die Macht kommt aus den Fäusten, nicht nur aus dem guten Gesicht, aus Mündungen kommt die Macht ja, und nur aus den Mündern nicht.« Und es gab viele US-Militäreinrichtungen bei meinem Studienort. Ausstieg aus der Militäraufklärung Jahre vor dem Untergang der DDR wegen Differenzen über die Außenpolitik des Warschauer Paktes (in MfS-Planung war noch 1989 meine Festnahme bei Benutzung der Transitwege vorgeschlagen worden). Als Eurokommunist engagiert gewesen; Anfang 1977 Parteiausschluß - nach Veröffentlichungen über Stalinismus in DKP und SED sowie nach Protesten gegen die Ausbürgerung Wolf Biermann aus der DDR, dessen erstes Konzert nach jahrelangem DDR-Auftrittsverbot in Köln Ende 1976 ich besucht hatte. Mein Parteiauschluß durch westdeutsche Kommunisten erfolgte etwa zu der Zeit, als die spätere DDR-Bürgerrechtlerin Vera Lengsfeld in die SED drängelte, der sie bis Oktober 1983 angehörte. Vom 1. Mai 1983 bis 2005 Mitglied der ältesten deutschen Partei, der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (16. Oktober 1992 Vertreter der SPD Jena im Berliner Rathaus Schöneberg zur Aufbahrung Willy Brandts; leider zogen zu wenige die Lehren aus dem 9. November 1989). Inzwischen parteilos. Studium von Philosophie, Rechts- und Politikwissenschaft an der Philipps-Universität in Marburg/Lahn, auch ius et iocus (vulgo: jus mit jux), später in Frankfurt/M. (dort an der Goethe-Universität juristisches Staatsexamen).
Ausflüge ins Juristische wechselten mit journalistischer Tätigkeit (Themenschwerpunkt vor 1989: Deutschlandpolitik ); zeitweise freiberuflich. U.a. Mitarbeiter einiger Bundestagsabgeordneter. Beteiligt an Debatten zur nationalen Frage (ein Extrathema: Linke und Nation) als die deutsche Frage vor 1989 bei den Meinungsführern ad acta gelegt war. Seit der Wiedervereinigung unterwegs zwischen Frankfurt/M und Berlin, inzwischen aus beruflichen und privaten Gründen wohn-, aber nicht seßhaft in Jena. Mitte der neunziger Jahre Akteneinsicht beim Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik, die mir in der Kategorie »Betroffener« (sog. Opferakten-Einsicht) gewährt wurde. Ehrenamtliche, staatliche Tätigkeiten: Ab November 1989 als Stadtbezirksvorsteher einige Jahre Ehrenbeamter der Stadt Frankfurt am Main; September 2004 Wahl zum ehrenamtlichen Richter am Amtsgericht Jena. Seit Thüringer Kommunalwahlen im Juni 2009 u.a. auch kommunalpolitisch aktiv (in Jena ehrenamtlich, in Weimar beruflich).
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